Rhede. Das 54. Internationale LAZ-Meeting in Rhede bot den Nachwuchsathletinnen und -athleten des LAV Rheine die letzte Möglichkeit, die Qualifikationsnorm über 1500 Meter Hindernis für die Deutschen U16-Meisterschaften zu erfüllen. Die Titelkämpfe finden vom 10. bis 12. Juli 2026 im Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid statt.
Für eine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der U16 genügt jedoch nicht allein die Einzelnorm über die Hindernisstrecke. Zusätzlich muss bis zum Meldeschluss eine weitere Qualifikationsleistung in einem Blockmehrkampf der Freiluftsaison 2026 erbracht werden. Die geforderten Normen liegen bei der W15 bei 5:40,00 Minuten und bei der M15 bei 5:05,00 Minuten über 1500 Meter Hindernis.
Mit dieser zusätzlichen Mehrkampfleistung verfolgt der Deutsche Leichtathletik-Verband das Ziel, eine zu frühe Spezialisierung im Jugendalter zu vermeiden. Die breite sportliche Ausbildung soll die athletische Entwicklung fördern und aus gesundheitlichen Gründen einseitigen Belastungen
vorbeugen.
Im Mittelpunkt des Abends standen die ersten Starts von Keerthana Viswanathan und Emil Lorenz über die 1500 Meter Hindernis. Beide Athleten gingen ihre Rennen mutig an, fanden schnell ihren Rhythmus und setzten die taktischen Vorgaben hervorragend um. Trotz der hohen Temperaturen präsentierten sie sich hoch konzentriert und gut eingestellt. Kurz vor den Rennen verschwand die Sonne hinter den Wolken, sodass sich die Bedingungen etwas verbesserten.
Keerthana Viswanathan überzeugte bei ihrem Debüt über die Hindernisse mit einem couragierten Rennen. Die W15-Athletin lief nach 5:35,21 Minuten ins Ziel und unterbot damit die geforderte Norm deutlich. Im Feld der elf Teilnehmerinnen belegte sie Rang fünf und rangiert aktuell auf Platz drei der
westfälischen Bestenliste. Besonders bemerkenswert ist, dass es ihr erster Start über die anspruchsvolle Distanz war.
Die notwendige Zusatzleistung hatte sie bereits bei den Westfälischen Blockmehrkampf Meisterschaften am 31. Mai in Paderborn erbracht. Mit 2.283 Punkten und Platz sieben im Block Lauf übertraf sie die geforderten 1.950 Punkte deutlich und erfüllte damit sämtliche Voraussetzungen für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid.
Auch Emil Lorenz zeigte bei seinem ersten Hindernisrennen eine beeindruckende Leistung. Der M15-Athlet orientierte sich von Beginn an am späteren Sieger Lucius Richard Bo vom TV Wattenscheid, der bereits im Vorfeld eine starke Zeit erzielt hatte. Mutig hing sich Lorenz an dessen Fersen, fand schnell seinen Rhythmus und absolvierte ein Rennen auf hohem Niveau.
Mit 4:53,22 Minuten unterbot Lorenz die geforderte DM-Norm deutlich und erzielte eine Spitzenzeit eines westfälischen Athleten im Jahr 2026. Seine gute Form hatte Lorenz bereits am vergangenen Wochenende bei den Westfälischen Meisterschaften in Lage unter Beweis gestellt, wo er über 800
Meter starke 2:07 Minuten lief.
Die zusätzlich geforderte Mehrkampfleistung wird Emil Lorenz in dieser Saison nicht mehr absolvieren. Der M15-Athlet weiß jedoch, dass er die geforderten 2.000 Punkte erreichen könnte.
Seine Leistungen der vergangenen Wochen bestätigen diese Einschätzung eindrucksvoll. Lorenz präsentiert sich in dieser Saison äußerst vielseitig und ist im Laufbereich von 800 Metern über 1500 Meter Hindernis bis hin zu den 5000 Metern breit aufgestellt. Auch wenn ein Start bei den Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr nicht möglich sein wird, unterstreichen seine Leistungen sein großes Potenzial für die kommenden Jahre.
Bereits vor dem Meeting in Rhede hatte Ben Jarvers seine Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften gesichert. Beim Meeting in Zeven unterbot der M15-Athlet die geforderte Norm über 1500 Meter Hindernis deutlich. Zudem erfüllte er bei den Westfälischen Blockmehrkampf Meisterschaften in Paderborn mit 2.160 Punkten die notwendige Zusatzleistung und löste damit frühzeitig das Ticket für Bochum-Wattenscheid.
Drei erfüllte DM-Normen im Nachwuchsbereich unterstreichen die erfolgreiche Entwicklung des LAV Rheine. Neben Keerthana Viswanathan, Emil Lorenz und Ben Jarvers konnte auch Anna Feldmann-Hilger im Diskuswurf der Mastersklasse die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften erreichen.
Die Leistungen der Nachwuchsathletinnen und -athleten sind zugleich Ausdruck der kontinuierlichen und engagierten Vereinsarbeit beim LAV Rheine. Die Trainer Annalena Schröder und Jonas Hilling begleiten die jungen Talente in ihrer sportlichen Entwicklung. Unterstützt werden sie dabei durch Stützpunkttrainer Robert Welp, der insbesondere im Laufbereich wichtige Impulse setzt.
Der LAV Rheine ist dabei in der Leichtathletik breit aufgestellt – von den jüngsten Kindern in der Kinderleichtathletik über den Nachwuchs- und Wettkampfsport bis hin zur Masters-Leichtathletik und dem Gesundheitssport. Die Angebote richten sich an alle Altersgruppen und verbinden leistungsorientierten Wettkampfsport mit Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft. Besonders wichtig ist dem Verein dabei die familienorientierte Ausrichtung. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainieren gemeinsam im Verein, engagieren sich als Helferinnen und Helfer oder begleiten die Athletinnen und Athleten bei Wettkämpfen. Diese starke Gemeinschaft bildet die Grundlage für die sportlichen Erfolge und schafft ein Umfeld, in dem sich junge Talente langfristig entwickeln können.
Die erfolgreichen Premieren über die Hindernisse, die Vielseitigkeit der jungen Läuferinnen und Läufer sowie die Erfolge im Nachwuchs- und Mastersbereich verdeutlichen, dass die breit angelegte Ausbildung beim LAV Rheine Früchte trägt. Die Verantwortlichen sehen sich dadurch in ihrer Philosophie bestätigt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene langfristig, altersgerecht und mit Freude an der Bewegung an die Leichtathletik heranzuführen.
